Programmbeschreibung

 

Donnerstag,  8. September 2016

Ab 18 Uhr Eröffnung

Empathy Won’t Save Us

-Visuelle Gegennarrative-
Ausstellung von Moshtari Hilal 

Wer auf die Empathie der Mehrheitsgesellschaft hofft, kann lange warten. Stattdessen fordert Moshtari Hilal die eigene Subjektivität in das Zentrum der eigenen Arbeit zu stellen und kompromisslos gegen die vermeintliche Objektivität der Mehrheit durchzusetzen. Bilder der Normalität sind nur Meinungen über Menschen und Dinge, auf die sich irgendwann irgendwelche Subjekte geeinigt haben. In diesem Sinne hinterfragt sie aus feministischer und anti-rassistischer Perspektive die Gesellschaft, unsere Selbstwahrnehmung im Kontext von Schönheitsidealen und politischem „Othering“. Im Fokus ihrer Porträts und Illustrationen steht die Beschäftigung von Konstruktion und Dekonstruktion von Identität.

Moshtari Hilal ist freischaffende Illustratorin und lebt in Hamburg.

 

19:00 | Theater-Performance

Meine Nase läuft – Deine Stars hautnah Technocandy
Die militante Menschengruppe Johanna Mikki-Leiter, HC Sprache und Philip Rouge ist untergetaucht. Im Liebescamp der Nationalstars reflektieren sie über ihr Leben und Wirken. Das Herz haben sie am rechten Fleck, aber hilft ihnen das, den rachsüchtigen Apokalyptiker*innen zu entkommen?
#spannend #aufregend #challenge2016

Hallo liebe Leute,
die Bürgerwehr Wien trifft sich zum ersten Mal am nächsten Dienstag
um genau 19 Uhr
in der Gaststätte „Meyers Leberwurst“
am Fleischmarkt in Wien.

An diesem Abend wird Hass mit Hass bekämpft, Blut verspritzt und Liebe ganz groß geschrieben. Musik und festliche Ballons unterstützen das Publikum dabei, diese Erfahrung zu verarbeiten.

Von und mit: Technocandy
Das Kollektiv Technocandy besteht aus Banafshe Hourmazdi, Frederik Müller und Golschan Ahmad Haschemi. 2016 entwickelten sie das Stück Meine Nase läuft – deine Stars hautnah.
Wir setzen den Kontrapunkt als 3 Künstler*innen, die aus biographischen, künstlerischen, politischen Gründen & Entscheidungen in der hiesigen Theaterlandschaft nicht der Norm entsprechen. Wir arbeiten kollektiv. Der Arbeitsprozess ist genauso politisch wie die entstehenden Stücke.

Preis ohne Festivalpass: VVK 9,80 € | AK 12/8 € erm.

 

20:30 Uhr | Gespräch

Darstellungsformen in den Künsten
Welche Formen der Darstellung gibt es abseits von klischee- und vorurteilreproduzierenden Bildern? Welche ästhetischen Mittel, Strategien und Methoden eigenen sich, um Identitätszuschreibungen zu brechen? Wie sehen diskriminierungsfreie Ästhetiken aus?

Im Gespräch tauschen sich das Kollektiv Technocandy, Moshtari Hilal und Martine Dennewald (Moderation) über diese Fragestellungen und ihre Ideen, Strategien und Arbeitsweisen aus.

 

Freitag,  9.September 2016

10:00 Uhr | Fortbildung

Grenzen und Möglichkeiten nicht-diskriminierender sozialer Arbeit mit geflüchteten Menschen

Engagement, Hilfsbereitschaft und solidarische Haltungen schützen nicht vor ausgrenzendem  Verhalten. Das Seminar sensibilisiert für nicht-intentionale rassistische Diskriminierungen und ermöglicht, die eigene soziale Positionierung verbunden mit helfender Tätigkeit kritisch zu reflektieren. Ziel des Seminars ist es ein Bewusstsein sozialer Arbeit zu entwickeln, welches „Helfen“ konsequent als Lernen begreifen kann.

Die Fortbildung richtet sich an Hauptamtliche und Ehrenamtliche, die mit Geflüchteten [zusammen-]arbeiten und unterstützend tätig sein wollen.

Leitung: Aretha Schwarzbach-Apithy, Erzieherin, Mediatorin, Trainerin und Erziehungswissenschaftlerin, promoviert aktuell zu „Weiss.sein als Norm in den Erziehungswissenschaften“.

Kosten: 25 € (ohne Festivalpass). Die Teilnehmer*innenzahl für die Fortbildungen ist begrenzt. Bitte anmelden unter clinch@pavillon-hannover.de

 

10:00 Uhr | Fortbildung

Vermeidung von stereotypen Darstellungen in der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit – Fortbildung

Medienmacher*innen wirken durch Bilder und Sprache in die Öffentlichkeit und stellen Wirklichkeiten her. Auch Kulturzentren, politische Stiftungen, Verbände oder NGOs versuchen durch Öffentlichkeitsarbeit für ihre Veranstaltungen und ihre Arbeit zu werben. Dabei sind auch jene, die es gut meinen, nicht davor geschützt Vorurteile zu reproduzieren.

Diese Fortbildung richtet sich an alle, die lernen wollen im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit oder journalistischen Tätigkeit stereotype, exotisierende oder kulturalisierende Wort- und Bildsprache zu vermeiden.

Leitung: Sonja Collison, Neue Deutsche Medienmacher

Kosten: 25 € (ohne Festivalpass). Die Teilnehmer*innenzahl für die Fortbildungen ist begrenzt. Bitte anmelden unter clinch@pavillon-hannover.de

 

13:00 | Migrationspolitischer Stadtrundgang

Wenn möglich, bitte MP3-Player oder Smartphone mitbringen.
Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Bitte anmelden unter clinch@pavillon-hannover.de

Der migrationspolitische Stadtrundgang befasst sich an symbolischen Orten u.a. mit den Themenkomplexen Ankommen, Bleiben, Weggehen, politisches Engagement, institutioneller Rassismus und Bildungssystem.

Der Stadtrundgang stützt sich auf Interviews mit Eingewanderten und rückt Themen und Perspektiven in den Fokus, die in der offiziellen Geschichtsschreibung der Stadt Hannover keine Rolle spielen und kann so einen Beitrag leisten, die Geschichtserzählung Hannovers zu vervollständigen und ggf. zu verändern.
Anhand von Recherchen und Interviews hat ein Forschungsseminar im Fach Soziologie der Leibniz Universität Hannover diesen Stadtrundgang entwickelt, der im Rahmen von CLINCH das erste Mal begangen wird.

Veranstaltung in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover/Institut für Soziologie, Volkshochschule Hannover

 

 13:30 Uhr | Film & Gespräch

„Deutsch Südwas?“ – Erinnerung an einen deutschen Völkermord

Nach der Filmvorführung: „Deutsch Südwas? – Erinnerung an einen deutschen Völkermord“ der Filmgruppe E sprechen Israel Kaunatjike und Verena Meyer über die Nicht-Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus, seine Folgen für die deutsche und namibische Gesellschaft sowie den politischen Kampf um Wiedergutmachung.

Mit: Israel Kaunatjike, 1947 in Namibia geboren. Sein politisches Engagement bezieht sich in erster Linie auf die Auseinandersetzung Deutschlands mit seiner Vergangenheit als Kolonialmacht und dem Bedürfnis nach Entschuldigung und Wiedergutmachung. Als Herero-Aktivist engagiert er sich beim Bündnis „Völkermord verjährt nicht“ und Postkolonial e.V. in Berlin.

Gesprächsleitung: Verena Meyer, Trainerin, Beraterin und Multiplikatorin für Empowerment und rassismuskritische Bildung, ISD Hannover

 

16:00 Uhr | Diskussion

Internationale Perspektiven auf Migration und Rassismus 

Wie werden Migration und Rassismus in unterschiedlichen Gesellschaften verhandelt? Was sind die aktuellen Debatten? An welche Geschichten und Bilder knüpfen sie an? Wie sind Ausschließungsmechanismen in Malawi, in Großbritannien und in Deutschland? Wie steht es mit der Solidarität der ansässigen Bevölkerung mit neu Ankommenden?

Nach Inputs von Madhu Krishnan, Trésor Nzengu Mpauni, und Maissara Saeed zu ihrer jeweiligen Perspektive auf die Stadt, in der sie leben, ist das Publikum eingeladen zu vertiefenden Tischgesprächen mit je einer Person

Mit:
Dr. Madhu Krishnan, Literaturwissenschaftlerin aus Bristol/GB
Trésor Nzengu Mpauni, Künstler und Aktivist aus Blantyre/Malawi
Maissara Saeed, Aktivist aus Hannover, Umbaja e.V.

Moderation der Tischgespräche:
Dr. Florentin Saha Kamta, ADV Nord, Luna Ali/Fuchsbau, studiert Szenisches Schreiben an der Universität Hildesheim, ist Mitgründerin des Fuchsbau  Festival, Poetry Slammerin und Autorin, N.N.

Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Veranstaltung in Kooperation mit der Stelle für internationale Kulturarbeit und Städtepartnerschaften im Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover

 

19:00 Uhr | Doppellesung & Gespräch

 Lena Gorelik: Null bis Unendlich – Deniz Utlu: Die Ungehaltenen
In ihrem neuesten Roman Null bis Unendlich erzählt Lena Gorelik von drei außergewöhnlichen Menschen, von Freundschaft, Liebe und Abschied – und sie zeigt, warum es gut ist, anders zu sein und einen eigenen Weg zu finden. Die Ungehaltenen – Deniz Utlus Debüt-Roman ist Generationenporträt, Liebeserzählung, Einwanderungsgeschichte, Berlin-Roman und Road-Novel in einem. Utlu erzählt pointiert und poetisch die Geschichte zweier Berliner*innen.

Im Rahmen von CLINCH lesen beide Autor*innen aus ihren Romanen und befragen sich im anschließenden Gespräch gegenseitig.

Lena Gorelik wurde mit ihrem Debütroman Meine weißen Nächte (2004) als Entdeckung gefeiert, Hochzeit in Jerusalem (2007) war für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Deniz Utlu gründete das Kultur- und Gesellschaftsmagazin freitext, studierte VWL in Berlin und Paris. Die Ungehaltenen ist sein erster Roman.

Preis ohne Festivalpass: VVK 9,80 € | AK 12/8 € erm.

 

21 Uhr | Konzert

Akua Naru – The Miner’s Canary

Die Botschaft des zweiten Studio-Albums der in Köln lebenden US-Amerikanerin Akua Naru orientiert sich an den Erfahrungen Schwarzer Menschen in den USA und Europa. „The Miner’s Canary“ ist eine Metapher, die den sozial-experimentellen Ansatz des Albums umschreibt.  Sie steht für die schicksalhafte Ambivalenz jener Kanarienvögel, die früher als eine Art Warnsystem für unvorhersehbare Ereignisse im Bergbau eingesetzt wurden. „The Miners Canary“ ist maßgeblich beeinflusst von Jazz, Neo Soul, Blues und R&B und punktet mit einer deutlich ausgeprägteren Hip-Hop-Ästhetik als Akua Narus 2012 erschienenes Debüt The Journey Aflame.

Preis ohne Festivalpass: VVK 16,40 | AK 18/14 erm.

 

23 Uhr | Party

Hip-Hop und Trap mit den DJ*s
Chi x eLLe-D x Gizzel

Hiphop ist Identität, Raumnahme, Empowerment, egal woher du kommst, egal wie du aussiehst. Du bestimmst was gesagt wird, each one teach one. Wenn die drei DJ’s aus Hamburg Hiphop auflegen bedeutet das: gemeinsam Tanzen, Twerken und Booty shaken zu dem was die ‚Queer/ns of Rap‘ zu sagen haben!

Preis ohne Festivalpass: AK 5€

 

Samstag, 10. September 2016

10:00 Uhr | Diskussion

Perspektiven eines diskriminierungsfreien Kulturbetriebes
Wie kann Kulturarbeit aussehen, die Ausschlüsse verhindert? Welche Ansätze postkolonialer und postmigrantischer Kulturarbeit gibt es? Was sind Forderungen an eine diskriminierungssensible Kulturpolitik? Drei Expert*innen berichten von ihren Erfahrungen aus der Praxis und erarbeiten Forderungen sowie Strategien für eine diskriminierungssensible und -freie Praxis an Kulturbetrieb und Kulturpolitik im moderierten Gespräch.

Mit:
Simone Dede Ayivi
, Theatermacherin und Autorin.
Hartmut El Kurdi, schreibt Theaterstücke, Hörspiele und Prosa für Erwachsene und für Kinder, arbeitet als Regisseur und Performer und schreibt regelmäßig Kolumnen für die taz, Stadtkind, ZEITLeo.
Tunay Önder, studierte Soziologie und ist als Arbeitsmigrantin zwischen verschiedenen Parallelgesellschaften wie Wissenschaft, Theater und Medien tätig. 2011 gründete sie zusammen mit Imad Mustafa den Blog migrantentstadl.
Moderation: N.N.

 

12:30 | Workshopphase

Aktiv werden – Position beziehen
Die Teilnehmer*innenzahl für die Workshops ist begrenzt. Bitte anmelden unter clinch@pavillon-hannover.de

I: Aktiv werden bei alltäglichem Rassismus
Rassistische Polizeikontrollen, eine exotisierende Bemerkung in der Familie, eine verallgemeinernde Bemerkung eines Arbeitskollegen über Einwanderer aus einem bestimmten Land: Was hindert uns, aktiv bei (subtilem) Rassismus zu handeln? Welche Reflexionen, Haltungen, Perspektiven und Strategien sind nötig und können helfen, das zu ändern?

Workshopleitung: ReflACT – rassismuskritische Praxisreflexion. Kiana Ghaffarizad (pädagogische Mitarbeiterin bei ADA Bremen – Antidiskriminierung in der Arbeitswelt) und Bozzi Schmidt (diskriminierungskritische Bildungsarbeit).

II: Spoken Word mit Moona Moon
Writing is a place of struggle, of love, of communion and healing. It is one way of initiating dialogue in a world that would like to have us silent. Freire talks about a ‚culture of silence‘. To me writing is one way of breaking that silence. That is why I would like to invite you to a writing workshop. In this workshop we will do various forms of (biography inspired) writing exercises, share what we wrote (if we feel like), and overall create a space in which our voices are valid.

 Workshopleitung: Moona Moon is a poet, performer, resistant researcher, social worker, and community worker. A lover of light, life, and the right kinds of shadows.

 

16:00 Uhr  | Buchvorstellung

„Kinder der Befreiung“

Transatlantische Erfahrungen und Perspektiven Schwarzer Deutscher der Nachkriegsgeneration

In dem Buch „Kinder der Befreiung, herausgegeben von Marion Kraft, fügen sich historische, politische und wissenschaftliche Analysen, persönliche Geschichten, Interviews und literarische Texte zu einem Kaleidoskop zusammen, durch das eine neue Perspektive auf einen fast vergessenen Teil deutscher Geschichte und US-amerikanisch-deutscher Beziehungen entsteht. Ursachen und Auswirkungen von Rassismus in der Vergangenheit und Gegenwart werden ausgelotet und Strategien für positive Veränderungen aufgezeigt.

Mit: Dr. Marion Kraft, Autorin und Herausgeberin, akademische Oberrätin a.D., Literaturwissenschaftlerin, Übersetzerin und Referentin,  hat mehrere Bücher und zahlreiche Aufsätze zu Schwarzen Lebensrealitäten in Europa und den USA veröffentlicht.

Gesprächsleitung: Asma-Esmeralda Abd’Allah-Álvarez Ramirez, ISD Hannover

 

18 Uhr | Lecture Performance

Schwestern

Die Lecture-Performance Schwestern – אָחוֹת untersucht das Verhältnis der Performerinnen zu ihren beiden Schwestern und deren Glaubenssystemen: Morans Schwester zog als ultra-orthodoxe Jüdin in eine Siedlung in den besetzten Gebieten in Israel, und Veronikas Schwester lebt als strenge Hare Krishna Anhängerin in der Geburtststadt Krishnas in Indien. In einem strukturierten Dialog untersucht die Performance das teils absurd anmutende Alltagsleben der Schwestern, sowie deren Körperwahrnehmungen, Geschlechterbilder und Verhaltensregeln. Wie verhalten wir uns zu einander, wenn Religion sprichwörtliche Mauern aufbaut?

Von und mit Veronika Bökelmann und Moran Sanderovic. Dramaturgische Beratung: Noa Elran, Matthias Naumann. Produziert im Rahmen des Festivals und Künstleraustausch Performing Encounters, http://performing-encounters.org. Produktionsmanager: Jörg Thums. Co-Produziert vom  Künstlerhaus Mousonturm und dem Center for Contemporary Art in Tel Aviv. Unterstützt vom Auswärtigen Amt & der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

Preis ohne Festivalpass: VVK 5,40 | AK 6/4 erm.

 

19:30 Uhr | Lesung und Gespräch

Olga Grjasnowa – Die juristische Unschärfe einer Ehe
Leyla wollte immer nur eins: tanzen. Doch nach einem Unfall muss sie das Bolschoi-Theater in Moskau verlassen. Altay ist Psychiater. Nachdem sich seine große Liebe umgebracht hat, lässt er keinen Mann mehr an sich heran. Altay und Leyla führen eine Scheinehe, um ihre Familien ruhigzustellen. Als die beiden mit Mitte zwanzig in Berlin von vorne anfangen, tritt Jonoun in ihr Leben.

Olga Grjasnowa beschreibt eine rasante Dreiecksgeschichte in einem ungeheuer direkt erzählten Roman über Glück und Unglück in einer Zeit, in der alles möglich scheint.

Mit: Olga Grjasnowa, Autorin. Für ihren vielbeachteten Debütroman Der Russe ist einer, der Birken liebt wurde sie mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet. Ihre beiden Romane wurden für die Bühne des Maxim Gorki Theaters Berlin dramatisiert.

Gesprächsleitung: Luna Ali studiert Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Kuratorin beim Fuchsbau Festival.

Preis ohne Festivalpass: VVK 8,70 € | AK 10/7 € erm.

 

ab 21:00 CLINCH-Surprise*

Jedes Festival steckt im besten Fall voller Überraschungen. CLINCH lässt der Überraschung explizit einen Raum, um Platz zu schaffen für Spontanes, Aktuelles, brandheiße Themen oder Bedürfnisse. Denn CLINCH will umkrempeln und neue Strategien sowie Perspektiven schaffen. Und das geht manchmal nicht nur durch langes Recherchieren, Analysieren, Konzipieren, sondern kann auch Knall auf Fall passieren.

Wir dürfen gespannt bleiben!

Im Anschluss: Lounge

 

Sonntag, 11. September 2016

10:30 | Vernetzung

Vernetzungsbrunch
Beim Vernetzungsbrunch ist Zeit für Austausch, Vernetzung und noch mehr Gespräch. In „leckerer“ und gemütlicher Atmosphäre können eigene Initiativen und/ oder Projektideen vorgestellt werden, gemeinsame Thesen reifen oder neue Netzwerke gesponnen werden.

12:30 | Lecture Performance

Denken was Tomorrow / von Dan Thy Nguyen
„Und später hat sie gemerkt, dass diese Menschen durch Napalm zu Kohle geworden sind.“ Ende der Siebziger kommen die ersten Geflüchteten aus Vietnam in die Bundesrepublik. Als Boat People trieben sie auf dem Meer, in der Hoffnung gerettet zu werden. Die Familie von Dan Thy Nguyen gehört ebenfalls zu diesen Menschen. 35 Jahre später treiben Geflüchtete auf Booten im Mittelmeer und eine ganze Gesellschaft scheint in dieser Situation hilflos zu sein. In dieser Sprechperformance geht es um die persönliche Geschichte der Eltern des Künstlers, ihre Kriegserfahrungen und Flucht, aber auch um die erste Zeit in Deutschland, des Aufbau eines Lebens und Rassismus.

Preis ohne Festivalpass: VVK 5,40 | AK 6/4 erm.

 

14:00 Uhr | Diskussion

Strategien gegen Rassismus.

Angesichts der aktuellen Rechtsentwicklung in Deutschland und weiten Teilen der EU, die sich von rassistischen Ressentiments nährt, sind drei antirassistische Akteur*innen mit unterschiedlichen Ansätzen eingeladen, diese mit- und gegeneinander zu diskutieren. Welche Bedeutung kommt im jeweiligen Verständnis von Rassismus der Verschränkung mit anderen Herrschaftsverhältnissen zu? Welche Praxis sollte aus Analysen der „Critical Whiteness Studies“ oder Überlegungen zu „kultureller Aneignung“ folgen? Was sollte die Antwort einer antirassistischen Bewegung auf das mörderische Migrationsregime und seine Fürsprecher*innen sein? Und was sind Ansätze einer gemeinsamen emanzipatorischen antirassistischen Politik?

Mit:
Golschan Ahmad Haschemi
, Kulturwissenschaftlerin, Performerin und Bildungsreferentin im Projekt ju:an-Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit
Dr. Massimo Perinelli, Referent für Migration in der Akademie für Politische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Mitbegründer von Kanak Attak und aktiv in der Initiative Keupstraße ist überall
Prof. Dr. Nivedita Prasad, arbeitet akademisch und aktivistisch seit den 1990ern im Feld des (Anti-)Rassismus, leitet den Studiengang Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession und betrachtet dabei Rassismus als Menschenrechtsverletzung.
Moderation: N.N.

 

16:00 Uhr

gemütlicher Ausklang